Die Regeln sind ganz einfach: „Man darf den Ball nicht dreimal in die Hand nehmen”, erklärt Lara Russ und macht es kurz vor. „Man darf auch nicht im Kreis stehen, da wo die rote Linie ist”, so Lara weiter. Und ganz wichtig: Fouls seien ebenfalls verboten. „Ja, und wir müssen Tore werfen”, betont Lara und fügt hinzu: „Tore werfen kann ich besonders gut.”
Lara Russ ist acht
Jahre jung und
spielt beim TuS
Ickern mit weiteren
zehn Mädchen im
gleichen Alter in
der weiblichen
F-Jugend. Ihr Sport:
Handball. „Ich habe
mich dafür
entschieden, weil
meine Mama das auch
macht, ich will in
ihre Fußstapfen
treten”, erklärt
Lara. Ganz ähnlich
verhält es sich da
bei der achtjährigen
Naara Scheumann:
„Ich spiele
Handball, weil meine
ganze Familie auch
Handball spielt”,
sagt sie und schaut
schmunzelnd zur
Trainerin, Claudia
Dijkstra, Naaras
Mama. „Aber ich
turne auch noch”,
merkt die
Achtjährige an.
In der weiblichen F-Jugend steht Naara jedenfalls im Tor und hat damit als einzige bereits eine feste Position inne. „Ab und zu spiele ich auch auf dem Feld, aber im Tor ist es schon besser, da kommt man nicht so schnell ins Schwitzen”, lächelt Naara. Ihre kleinen Teamkolleginnen attestieren der Achtjährigen auch großes Torhüterpotenzial. „Sie ist sehr gut, hält fast jeden Ball”, lobt Lara Russ.
Sie selbst spielt am liebsten Rechtsaußen und erklärt, warum das so ist: „Na, weil ich Rechtshänderin bin.” Daraufhin schaltet sich eine Mitspielerin ein: „Aber Rechtsaußen spielen doch die Linkshänder.” Lara grinsend: „Echt? Egal, ich spiele trotzdem am liebsten auf Rechtsaußen.”

Feste Positionen
haben die Mädels
ohnehin noch nicht.
„Das ist alles noch
sehr locker, sie
sollen sich erst
einmal
ausprobieren”,
erläutert Claudia
Dijkstra, die die
Kleinen gemeinsam
mit ihrem Mann
Meinolf Scheumann
trainiert. „Sie
spielen auch noch
nicht fest nach den
Regeln”, so fährt
Dijkstra fort. Die
Gebote und Verbote
auf dem Feld, sagt
die Trainerin,
verinnerlichen die
Mädchen über „learning
by doing”.

Im Vordergrund stehe nämlich der Spaß - und davon haben die Handball-Minis reichlich. Sie mögen vor allem die spielerischen Übungen, die zu jeder Trainingseinheit gehören. Dementsprechend ausgelassen und fröhlich tollen und hüpfen sie durch die Barbara-Halle. „Wir spielen nicht nur Handball, sondern kümmern uns um eine allgemeine sportliche Ausbildung”, betont Claudia Dijkstra. Wichtig sei die Schulung der Beweglichkeit, der Koordination und Motorik. „Das ist gerade bei den Jüngsten ein ganz wesentlicher Aspekt”, unterstreicht die Trainerin. „Gerade sie müssen an Bewegung herangeführt werden.”
Bei der offensichtlichen Freude der Mädchen ist ganz klar, dass die Handballabteilung des TuS Ickern da einen richtigen, wichtigen und verantwortungsvollen Weg einschlägt: Die Mädchen sind mit Eifer und Enthusiasmus dabei. „Ich spiele seit zwei Jahren, weil es mir sehr viel Spaß macht”, erzählt die siebenjährige Julia Schürmann. Eines allerdings, das müsse sie noch üben: flacher werfen. Das Tore werfen an sich hingegen nicht. Das könne sie besonders gut.



Wer Interesse hat, der kann einfach nach den Sommerferien bei einem Training der jungen Handballer vorbei schauen. Vor allem die weibliche F-Jugend sucht noch Mädchen.
Die Trainingszeiten: immer mittwochs von 16.30 bis 17.45 Uhr in der Barbara Halle an der Waldenburgerstraße. Und die F-Jugend der Jungen trainiert jeden Freitag von 15.30 bis 17 Uhr in der Turnhalle der Friedtjof-Nansen-Realschule, Lange Straße.



