Kilian Esser: Julian ist der Jüngste und Faulste. Ihm fehlt der Ehrgeiz. Dabei ist er im Handball der Talentierteste von uns. Weil er Linkshänder ist, hat er auch schon Vorteile, aber er macht nichts daraus.
Julian Esser: Vitus ist ziemlich ruhig.
Kilian Esser: Aber nicht nachdenklich.
Vitus Esser: Kilian und Julian sind beide ziemlich eitel.
Kilian Esser: Du bist ja nur neidisch, weil wir noch Haare haben.
Vitus Esser: Kilian ist total launisch. Wenn er früher verloren hat – im Handball oder beim Computerspielen – hat er immer unser Spielzeug kaputt gemacht.
Kilian Esser: Ich gewinne eben lieber.
Sie gehen nicht gerade sanft miteinander um. Wer muss am meisten einstecken?
Kilian Esser : Ganz klar: der Mittlere, und das bin ich. Ich habe immer Julian geärgert, dafür gab es dann Kloppe von Vitus.
Vitus Esser: Es bilden sich immer noch Allianzen gegen den Mittleren.
Wie funktioniert Ihr Zusammenleben? Nerven die Brüder nicht manchmal? Und vor allem: Wer kocht?
Vitus Esser: Oma!
Kilian Esser: Es läuft gut. Aus dem Alter, in dem wir uns um Spielzeug streiten und Zäune mit dem Handball kaputt geworfen haben, sind wir ja jetzt raus. Und wenn einer nervt, macht man einfach seine Tür zu.
Vitus Esser: Ich bin eigentlich ganz froh, meine Brüder zu haben.
Wie haben Sie alle zum Handball gefunden?
Vitus Esser: Wir sind neun Cousins. Insgesamt fünf von uns spielen Handball.
Kilian Esser: Nur einer spielt Fußball. Der ist das schwarze Schaf.
Vitus Esser: Weil unsere Cousins früher schon gespielt haben, sind wir auch hingegangen. Ich habe mit sechs Jahren angefangen.
Julian Esser: Ich wollte nie Handball spielen, weil meine beiden Brüder das ja schon gemacht haben. Eigentlich wollte ich sogar gar keinen Sport machen. Das kam dann irgendwie so.
Kilian Esser: Der Druck war zu groß.
Ist der Handball auch Zuhause ein Thema?
Vitus Esser: Das kommt auf das Spiel an.
Julian Esser: Bei den beiden immer. Ich halte mich lieber da raus. Dann werde ich wenigstens in Ruhe gelassen.
Könnten Sie sich vorstellen, woanders als beim TuS Ickern zu spielen?
Vitus Esser: Das ist schwer. Wenn es so bleibt wie jetzt, kann ich mir das nicht vorstellen. Wir sind in der Mannschaft alle sehr gut befreundet, kennen uns seit Jahren und machen viel außerhalb des Handballs.
Kilian Esser: Ich würde gerne höher spielen. Freundschaften gehen durch einen Vereinswechsel ja nicht kaputt. Erstmal warte ich die kommende Saison ab. Ich hoffe, dass wir aufsteigen.
In der kommenden Saison könnten Sie alle in einer Mannschaft spielen. Freuen sie sich drauf?
Kilian Esser: Nur, wenn Julian sich anstrengt.
Eigener Weg: Die drei Esser-Brüder gehen ihren eigenen Weg. Kreisläufer Vitus studiert Elektrotechnik in Bochum. Linksaußen Julian macht eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Ickerns Kapitän Kilian jobbt momentan für sein Studium. Er möchte ab dem Herbst in Köln Marketing- und Kommunikationsmanagement studieren.


