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31 .01.2010 Endspiel
Kroatien - Frankreich 21:25
(12:12)
Bericht
von www.RTL.de
Handball-EM: Frankreich
vollendet Gold-Triple
Foto:
dpa
Frankreichs
Handballer haben ihre
glanzvolle Siegesserie
fortgesetzt und als neue
Europameister das goldene
Triple vollendet. In einem
über weite Strecken
hochklassigen Endspiel
bezwangen die Franzosen in
der Neuauflage des
vorjährigen WM-Finales
Kroatien mit 25:21 (12:12).
Nach dem
Olympiasieg 2008 und dem
WM-Titel 2009 machte das
Team um Welthandballer
Thierry Omeyer damit die
bislang einmalige Titelserie
perfekt. 'Das ist für die
Ewigkeit. Das habe ich noch
gar nicht richtig
realisiert. Drei große Titel
bei drei großen Turnieren
ist einfach Wahnsinn', sagte
der Kieler Schlussmann
Omeyer.
Vor 11 000
Zuschauern in der
ausverkauften Wiener
Stadthalle warfen Nikola
Karabatic (6) für Frankreich
und Vedran Zrnic (7) für
Kroatien die meisten Tore.
'So ist eben Sport, die
Franzosen waren besser. Aber
irgendwann gewinnen wir auch
mal gegen Frankreich', sagte
Gummersbach-Profi Zrnic.
Island hatte
mit Bronze die zweite
Medaille bei einem großen
Turnier nach Silber bei den
Olympischen Spielen 2008
gewonnen. Die Nordeuropäer
setzten sich im 'kleinen
Finale' gegen Polen mit
29:26 (18:10) durch. Die
Isländer hatten am Vortag
ihr Halbfinale gegen
Frankreich mit 28:36 (14:16)
verloren, die Polen gegen
Kroatien mit mit 21:24
(10:9) den Kürzeren gezogen.
Der
entthronte Titelverteidiger
Dänemark sicherte sich durch
ein 34:27 (18:13) gegen
Spanien Platz fünf. Die
deutsche Mannschaft war als
enttäuschender Zehnter
bereits vor dem
Final-Wochenende abgereist.
Als wertvollster Spieler des
Turniers wurde der Tscheche
Filip Jicha vom THW Kiel ins
Allstar-Team gewählt, dem
mit Igor Vori (Kroatien),
Slawomir Szmal (Polen) und
Olafur Stefansson drei
weitere Bundesliga-Spielen
angehören.
Die beiden
bis zum Finale
ungeschlagenen Mannschaften
boten ein Endspiel mit allen
Attraktionen des Handballs:
Die Torhüter Omeyer
(Frankreich) und Mirko
Alilovic (Kroatien) glänzten
mit tollen Paraden, die
Spielmacher Karabatic
(Frankreich) und Ivano Balic
(Kroatien) zauberten mit
raffinierten Anspielen, und
auch die Abwehrreihen
blieben sich nichts
schuldig.
Zunächst
bestimmte Kroatien die
Partie unter Leitung der
souveränen deutschen
Schiedsrichter Bernd und
Reiner Methe aus Vellmar
('Das ist der absolute
Höhepunkt in unserer
Karriere'). Der WM-Zweite
führte beim 4:2 (10.)
erstmals mit zwei Toren.
Diesen Rückstand machten der
Weltmeister beim 6:6 (15.)
wieder wett, ehe die Kroaten
sich beim 12:9 (28.) gar auf
drei Tore absetzen konnten.
Allerdings ließen sich die
Franzosen davon nicht
beirren und glichen bis zu
Pause wieder aus. Nach
Wiederanpfiff drehte der
Olympiasieger und
Weltmeister auf, enteilte
auf 17:13 (38.), musste aber
trotzdem bis zum Ende
zittern.
Vor den
Franzosen hatten bereits die
Isländer gejubelt. 'Das ist
ein neues Kapitel in der
Handball-Geschichte Islands.
Zwei Medaillen
hintereinander hat es noch
nie gegeben', sagte Trainer
Gudmundur Gudmundsson.
Nachdem der Olympia-Zweite
am Vortag nach der
Halbfinal- Niederlage noch
mit hängenden Köpfen vom
Platz geschlichen war,
tanzten die Mannen um
Kreisläufer Robert
Gunnarsson durch die Gänge
der Wiener Stadthalle. 'Wir
sind total glücklich jetzt.
Wir haben nur einmal
verloren und können mit
erhobenen Köpfen aus Wien
abreisen. Mit einer Medaille
um den Hals zurückzukommen,
ist ein gutes Gefühl', sagte
der Legionär vom VfL
Gummersbach.
28.01.2010 Hauptrunde
Deutschland - Tschechien
26:26 Hz (16:14)
Bericht
von www.RTL.de
Deutschlands Handballer gehören
nicht mehr zu Europas Spitze und
haben nur mit Glück den Absturz
aus den Top Ten verhindert. Im
seinem letzten Spiel der EM in
Österreich vergab der WM-Fünfte
in Innsbruck beim 26:26 (16:14)
gegen Tschechien kläglich seinen
zweiten Turniersieg.
Mit nur einem
Sieg, zwei Unentschieden und
drei Niederlagen beendet die
Auswahl des Deutschen
Handballbundes (DHB) die EM als
Zehnter und damit dem
schlechtesten EM-Ergebnis
überhaupt. Nur dank des
40:32-Sieges von Spanien gegen
Slowenien blieb die deutsche
Mannschaft unter den ersten
Zehn.
Dabei muss das
Team von Bundestrainer Heiner
Brand als Fünfter der
Hauptrundengruppe II mit 2:8
Punkten sogar Gastgeber
Österreich den Vortritt lassen,
der als Fünfter der anderen
Staffel 3:7 Zähler sammelte.
Einen besseren Rang vergab die
DHB-Auswahl in der Schlussminute
gegen Tschechien, weil Michael
Müller die Chance zum
Siegtreffer vertändelte. 'Leider
hat ein Spieler nicht die nötige
taktische Disziplin gehabt. Das
ist symptomatisch für dieses
Turnier und das ärgert mich',
monierte Bundestrainer Heiner
Brand.
Nun reist die
Mannschaft um Kapitän Michael
Kraus nach Hause. 'Ein Punkt ist
besser als eine Niederlage. Aber
insgesamt war es eine
enttäuschende EM', sagte der
Spielmacher. Vor rund 6000
Zuschauern in der Olympiahalle
konnte die DHB-Auswahl ein
weitere Mal nicht überzeugen.
Beste Werfer waren Lars Kaufmann
(7) und Uwe Gensheimer (6/1).
Torhüter Johannes Bitter befand:
'Wir haben nicht verloren. Das
ist ein bisschen tröstlich.' Und
Abwehrchef Oliver Roggisch
meinte gar: 'Ich bin gar nicht
so unzufrieden mit dem
Unentschieden. Es war ein
versöhnlicher Abschluss.'
'Die erste
Halbzeit war in Ordnung. In der
zweiten Hälfte fehlte die Kraft.
Aber das war auch bei den
Tschechen so', sagte Brand, der
wie seine Spieler nach Hause
fährt und sich auch das Finale
in Wien nicht ansehen will: 'Ich
muss abschalten. Das war alles
sehr anstrengend. Außerdem kann
ich es sowieso nicht haben, wenn
andere im Endspiel sind.'
Bei ihrer
Abschiedsvorstellung von der EM
musste die deutsche Mannschaft
ohne Holger Glandorf auskommen.
Der Rückraumspieler hatte bei
der 20:25-Niederlage gegen
Spanien eine schwere Prellung
des Oberschenkelknochens direkt
oberhalb des Knies erlitten. Der
Lemgoer muss 14 Tage pausieren.
Ohne den
Linkshänder kam das DHB-Team in
den ersten Minuten des letzten
EM-Spiels überhaupt nicht
zurande. Mit schwachen Torwürfen
vergab die deutsche Auswahl
wieder einmal zu viele Chancen.
Erst der 0:3-Rückstand (7.)
schien die Blockade in den
Köpfen der Spieler zu lösen. Das
Ende der Torflaute durch Lars
Kaufmann mit dem Treffer zum 1:3
(8.) war die Initialzündung. Mit
fünf Treffern hintereinander
drehte die Mannschaft den
Rückstand in eine 5:3-Führung.
Bundestrainer
Brand wartete mit einer
taktischen Überraschung auf.
Statt der üblichen 6:0-Abwehr
bot er diesmal eine offensive
5:1- Formation auf, in der
Kreisläufer Christoph Theuerkauf
Tschechiens Ausnahmespieler
Filip Jicha (Kiel) in
Manndeckung nahm. So waren die
Kreise des
Champions-League-Torschützenkönigs
weitgehend eingeschränkt. Zwar
glichen die Tschechen beim 9:9
(18.) noch einmal aus. Doch die
deutsche Mannschaft behielt ihre
Linie bei, setzte sich auf 13:10
(25.) ab und ging mit einer
16:14-Führung in die Pause.
Statt schnellen
und schönen Handballs boten
beide Teams im Kampf um einen
Platz unter den ersten Zehn in
der EM-Endabrechnung ein zähes
Ringen. Dabei erarbeitete sich
die DHB-Auswahl vor allem durch
den dynamischen Kaufmann
Vorteile. Der Rückraumspieler
sorgte mit seinen Treffern sechs
und sieben für das 19:16 (38.)
und damit den erneuten
Drei-Tore-Vorsprung. Doch dem
deutschen Team war der
Kräfteverschleiß anzumerken. So
gab es den Vorteil wieder aus
der Hand.
26.01.2010
Hauptrunde
Deutschland - Spanien
20:25 Hz (9:14)
Bericht
von www.RTL.de
Die deutschen Handballer
müssen erstmals seit zehn Jahren
vorzeitig von einer EM abreisen.
Im zweiten Hauptrunden-Spiel
erlitt der WM-Fünfte in
Innsbruck mit dem 20:25 (9:14)
die dritte Turnier-Niederlage
und kann nicht mehr das Spiel um
Platz fünf in Wien erreichen.
Damit ist die
schlechteste EM-Platzierung der
deutschen Mannschaft seit dem
neunten Platz im Jahr 2000
besiegelt. 'Ich habe vielleicht
auch gedacht, dass die
Mannschaft einen Schritt weiter
wäre', sagte Bundestrainer
Heiner Brand, nahm seine eher
unerfahrene Mannschaft aber
zugleich in Schutz.
'Sie wollte
schon, aber es war ein
körperliches Problem', sagte er:
'Ich habe mich auch sehr
geärgert, aber mit ein bisschen
Abstand habe ich für einiges
Verständnis, weil ich weiß, dass
die Mannschaft alles gibt.' Mit
einem Sieg gegen Tschechien
können seine Schützlinge, die
mit einem gequälten Lächeln den
Fans nach der Partie dankten,
maximal noch Platz vier in der
Hauptrundengruppe I erreichen.
Vor nur rund 5000
Zuschauern bot die deutsche
Mannschaft eine ernüchternde
Leistung. Sie agierte vor allem
im Angriff unbeholfen und
planlos. Im Gegensatz zu den
leidenschaftlichen Auftritten
bisher ließen die Akteure des
Deutschen Handballbundes (DHB)
jegliches Aufbäumen vermissen.
'Wir haben uns in den ersten
Minuten von der Härte der
Spanier den Schneid abkaufen
lassen', meinte Kapitän Michael
Kraus. Die Spanier seien
hochmotiviert gewesen, 'bei
denen ging es um alles, wir
hatten theoretisch noch die
Chance auf Platz fünf'.
Wie angekündigt
verzichtete Brand trotz des
verpassten Halbfinals auch im
zweiten Spiel der Hauptrunde
zunächst auf Experimente. Man
habe eine Verantwortung
gegenüber dem Handball und müsse
sich entsprechend präsentieren,
hatte der Coach vor der Partie
verlangt. Allerdings setzten
seine Spieler diese Forderung
zunächst mehr schlecht als recht
um. Technische Fehler und
schwache Torabschlüsse sorgten
wie in den vorangegangenen
Partien für Ballverluste. 'Es
ist eine Ansammlung von
einfachen Dingen. Ich sehe das
als körperliches Problem an',
meinte Brand nach dem Match, in
dem sein Team nach sieben
Minuten mit 1:3 zurücklag.
Die
Ideenlosigkeit gegen die robuste
und zupackende Abwehr der
Spanier verhinderte ein
flüssiges Kombinationsspiel.
Immer wieder rannten sich die
Mannen um Kraus in
Einzelaktionen im spanischen
Deckungsblock fest. Allerdings
boten auch die Iberer im Duell
der Weltmeister von 2005 und
2007 keine Glanzleistung. So
hielt die DHB-Auswahl den
Rückstand bis zum 6:8 (19.) in
Grenzen.
Doch eine Chance
auf den angestrebten Ausgleich
konnte sich der WM-Fünfte nicht
erspielen. Stattdessen hatten
die deutschen Spieler nun auch
noch Wurfpech und trafen
mehrmals Latte und Pfosten. Die
Spanier hingegen machten es
besser. Die DHB-Auswahl geriet
so Tor um Tor weiter uns
Hintertreffen, lag beim 7:12
(24.) erstmals mit fünf Treffern
zurück und konnte dies bis zum
9:14-Pausenstand nicht mehr
wettmachen.
Zur zweiten
Halbzeit wechselte Brand durch
und gab den Spielern mit zuletzt
wenigen Einsätzen eine Chance.
Im Tor ersetzte der Berliner
Silvio Heinevetter den Hamburger
Johannes Bitter, im linken
Rückraum kam Sven-Sören
Christophersen (Wetzlar) für
Lars Kaufmann (Göppingen) und am
Kreis agierte Göppingens Manuel
Späth für den Magdeburger
Christoph Theuerkauf. In dieser
Besetzung kassierte die
DHB-Auswahl einen
10:17-Rückstand (34.).
Vor allem in
Sachen Effektivität bekamen die
Deutschen eine Lektion erteilt.
Nach weit weniger als 50 Prozent
getroffener Torwürfe in der
ersten Halbzeit steigerte sich
die Quote auch in den zweiten 30
Minuten nicht. Die Spanier
hingegen blieben konsequent beim
Nutzen ihrer Torchancen und
setzten sich vorentscheidend auf
23:16 (53.) ab.
24.01.2010 Hauptrunde
Deutschland - Frankreich
22:24 Hz (10:12)
Die deutschen Handballer haben den
erhofften Überraschungserfolg gegen Olympiasieger
und Weltmeister Frankreich verpasst und die Chance
auf eine
EM-Medaille
damit wohl verspielt.
Im der ersten
Hauptrundenpartie unterlag die DHB-Auswahl dem
Titelfavoriten in Innsbruck trotz einer erneut guten
kämpferischen Leistung am Ende knapp mit 22:24
(10:12).
Bei
1:5 Punkten kann das Team von Bundestrainer
Heiner Brand
die
Vorschlussrunde nicht mehr aus eigener Kraft
erreichen. Eine starke erste Halbzeit, eine
bravouröse Aufholjagd in der Schlussphase sowie eine
Klasseleistung von Torwart Johannes Bitter (HSV
Hamburg) genügten der deutschen Mannschaft letztlich
nicht, um etwas Zählbares mitzunehmen.
Europas
Handball trägt Trauer
Europas Handball trägt Trauer.
Der frühe Krebstod von Oleg
Velyky hat weit über die
deutsche Nationalmannschaft
hinaus einen Schock hinterlassen
und für Bestürzung gesorgt.
Im
Mannschafts-Quartier bei der
Europameisterschaft in Innsbruck
rangen insbesondere dessen
Hamburger Mitspieler um Fassung
und um Worte. 'Oleg war ein
guter Freund, ein toller
Handballer und hat durch seinen
Kampf gegen Verletzungen und die
schwere Krankheit uns allen
imponiert', sagte der sichtlich
bewegte polnische Auswahlspieler
Marcin Lijewski.
Der deutsche
Nationalspieler Oleg Velyky war
am 23. Januar in Kiew im Alter
von nur 32 Jahren an Krebs
gestorben. 'Oleg Velyky hat den
europäischen Handball wesentlich
bereichert und er wird von
Jedermann in der
Handball-Familie aufrichtig
vermisst werden', erklärte Tor
Lian (Norwegen), Präsident der
Europäischen Handball-Föderation
(EHF).
Der gebürtige
Ukrainer Velyky, der seit 1.
April 2004 die deutsche
Staatsbürgerschaft besaß, hatte
sich zuletzt in sein Heimatland
zurückgezogen. Der pausierende
Nationalspieler und Club-Kollege
Pascal Hens berichtete, dass
Velyky zuvor alle Behandlungen
abgebrochen hatte. 'Ich bin
schockiert', gestand Frankreichs
Olympiasieger Guillaume Gille,
'ich habe Oleg noch vor einigen
Monaten gesehen, da hatte ich
aber schon das Gefühl - wie soll
ich sagen: Seine Zeit kommt.
Oleg hat immer gekämpft und uns
damit tief beeindruckt.'
Mit Willensstärke
und Disziplin und für Frau
Kataryna und Sohn Nikita hatte
Oleg Velyky sich sieben Jahre
lang gegen den nicht zu
besiegenden Hautkrebs gewehrt.
'Im Endeffekt war wohl von
Anfang an keine Chance da, den
Krebs zu besiegen. Ich gehe
davon aus, dass es jetzt auch
eine Erlösung für ihn war wegen
all der Schmerzen. Er hatte
keine Kraft mehr zum
Telefonieren oder Laufen',
berichtete Pascal Hens.
Bundestrainer
Heiner Brand hatte Tränen in den
Augen, als Ulrich Strombach in
Innsbruck mit brüchiger und
belegter Stimme bekanntgegeben
hatte, 'dass unser
Nationalspieler und Freund Oleg
Velyky seinen Kampf gegen die
tückische Krankheit verloren
hat'. Der Präsident des
Deutschen Handballbundes (DHB)
würdigte ihn als 'untadeligen
Sportsmann' und 'Kämpfer im
Handball und um sein Leben'.
'Man hat gehofft, dass es ein
Wunder gibt. Aber wenn man dann
mit der Realität konfrontiert
wird, ist das ein Schock', sagte
der emotional bewegte Brand,
'man denkt über Situationen mit
ihm nach.'
Wie Blei lastete
die Trauer über dem deutschen
Lager. Trotzdem absolvierten die
Spieler bewundernswert tapfer
den an spielfreien Tagen
obligatorischen Treff mit
Medienvertretern. 'Selbst die,
die nicht mit ihm zusammen
gespielt haben, sind total
traurig', erzählte Kapitän
Michael Kraus, 'es ist sehr
schwer, in so einer Situation
Worte zu finden. Das geht mir
sehr nahe.'
Der Handball kam
nur zögerlich in den Fokus der
Nationalspieler zurück. Und dann
auch nur in Verbindung mit
Velyky, zu dessen Gedenken sie
zum Auftakt der EM-Hauptrunde
gegen Frankreich Trauerflor
anlegen wollten. 'Er war unser
Freund. Wir werden versuchen,
den Kopf frei zu bekommen und
auch für ihn zu spielen', sagte
Kraus. 'Sport ist immer auch
eine Möglichkeit zur Ablenkung.
Vielleicht können wir das so
besser verarbeiten als wenn
jeder allein auf seinem Zimmer
sitzt', meinte der
Bundestrainer.
Lediglich vier
Spiele hatte Velyky wegen
Verletzungen und seines
Krebsleidens seit 2008 für den
HSV Hamburg bestritten. Im
DHB-Dress war er nach 59
Länderspielen für die Ukraine 38
Mal aufgelaufen, zuletzt im
EM-Eröffnungsspiel 2008 in
Norwegen gegen Weißrussland, in
dem er nach wenigen Minuten zum
zweiten Mal einen Kreuzbandriss
erlitt. 'Wir haben Hochachtung
vor dem HSV Hamburg, der seinen
Spieler nie fallengelassen hat',
sagte Strombach. Und
HSV-Präsident Andreas Rudolph
erklärte 'tief erschüttert':
'Die gesamte Handballwelt
verliert mit Oleg Velyky eine
große Persönlichkeit.'
23.01.2010
Oleg Velyky gestorben!
WR,
Sport, 23.01.2010, DerWesten
Bild: WR
Hamburg. Der frühere
Handball-Nationalspieler und
Ex-Essener Oleg Velyky von
Bundesligist HSV Hamburg ist in der
Nacht zu Samstag in Kiew seinem
Krebsleiden erlegen. Entsprechende
Medienberichte bestätigte der
sportliche Leiter der Hamburger,
Christian Fitzek.Velyky
wurde 32 Jahre alt, er hinterlässt
seine Ehefrau Kataryna und den
sechsjährigen Sohn Nikita. 'Wir sind
angesichts der überaus traurigen
Nachricht tief erschüttert. Die
gesamte Handballwelt verliert mit
Oleg Velyky eine große
Persönlichkeit. Ich bin in meiner
Trauer und mit all meinen Gedanken
bei Olegs Familie und Angehörigen',
sagte HSV-Präsident Andreas Rudolph.
Im September 2003 war bei dem
gebürtigen Ukrainer erstmals ein
malignes Melanom diagnostiziert
worden.
Krebsleiden erlegen
Nach einer ersten Therapie
spielte Velyky zunächst wieder
Handball und gehörte 2007 auch zum
Kader der Auswahl des Deutschen
Handball-Bundes (DHB), die
Weltmeister wurde. Aufgrund einer
Verletzung bestritt er damals
allerdings kein Spiel. Insgesamt
bestritt er 38 Länderspiele für
Deutschland, zuvor war er 59 Mal für
sein Heimatland Ukraine aufgelaufen.
Im März 2008 musste er sich einer
erneuten Hautkrebsoperation
unterziehen. Ein Jahr später feierte
er dann noch einmal ein kurzes
Comeback beim HSV.
Insgesamt lief Velyky vier Mal
für den HSV auf und erzielte dabei
sechs Tore. Zuvor spielte er drei
Jahre bei den Rhein-Neckar Löwen und
von 2001 bis 2005 bei Tusem Essen.
Velyky soll in seiner Heimat, wo er
sich bereits die vergangenen Monate
meist aufgehalten hatte, beigesetzt
werden.
22.01.2010
Deutschland - Schweden 30:29
(21:18)
Bericht
von www.RTL.de
Die deutschen
Handballer haben mit
Nervenstärke das drohende
Aus bei der EM in Österreich
vermieden und sind in die
Hauptrunde eingezogen. Der
WM-Fünfte gewann in
Innsbruck das Spiel um Alles
oder Nichts gegen Schweden
mit 30:29 (21:18).
Durch
die bislang beste
Turnierleistung zog das
DHB-Team als Gruppendritter
in die zweite Runde ein.
Dort startet die Auswahl des
Deutschen Handballbundes
(DHB) am 24. Januar an
gleicher Stelle gegen
Olympiasieger Frankreich.
Die weiteren Gegner in der
Hauptrundengruppe 2 sind
Spanien als Sieger der
Gruppe D am 26. Januar und
Tschechien (Gruppendritter)
am 28. Januar.
'Das geht
schon sehr an die Nerven',
sagte Bundestrainer Heiner
Brand. 'Dass die Mannschaft
in die Hauptrunde eingezogen
ist und dort jetzt Erfahrung
sammeln kann, ist sehr
schön. Mit dem
Selbstvertrauen können wir
den einen oder anderen
Großen noch ärgern, und das
ist noch schöner. Jetzt
haben wir nur noch zu
gewinnen.'
Vor 8200
Zuschauern in der erneut
ausverkauften Olympiahalle
zeigte die deutsche
Mannschaft in
Heimspiel-Atmosphäre eine
enorme Steigerung zu den
Spielen gegen Polen (25:27)
und Slowenien (34:34) und
kämpfte sich so aus der
Krise. Beste deutsche Werfer
waren Holger Glandorf (8)
und Torsten Jansen (7/3). Im
Tor bot der Berliner Silvio
Heinevetter eine starke
Leistung. 'Von uns fällt
eine große Anspannung ab,
wir sind einfach nur
glücklich', sagte
Heinevetter. 'Das wäre ein
Riesen-Debakel gewesen, aber
die Mannschaft hat ein
Riesen-Kämpferherz bewiesen
und verdient gewonnen.'
Abwehrchef Oliver Roggisch
sah in der 52. Minute nach
drei Zeitstrafen die Rote
Karte, war am Ende aber
dennoch happy. 'Wir haben
heute endlich mal zwei gute
Halbzeiten gespielt', sagte
er. 'Wir haben zwar nur
einen Punkt, aber wir werden
jetzt wieder versuchen,
jedes Spiel zu gewinnen.'
'Jetzt sind
wir richtig drin im
Turnier', behauptete
Torhüter Johannes Bitter
angesichts des
leidenschaftlich erkämpften
34:34 gegen Slowenien zwei
Tage zuvor. Dies
demonstrierte der EM-Vierte
gegen Schweden von der
ersten Minute an. Mit
bislang bei diesem Turnier
ungewohnter Treffsicherheit
bestimmte die deutsche
Mannschaft vom Anpfiff weg
das Geschehen. Dem schnellen
3:1 (5.) folgten zwar noch
einmal der 5:5-Ausgleich
(8.) und ein 8:9-Rückstand
(13.). Doch unbeirrt und
hochkonzentriert zog der
WM-Fünfte mit dem wieder
erstarkten Kapitän Michael
Kraus an der Spitze sein
Spiel auf.
Die
Kombinationen im Angriff
wurden flüssig vorgetragen,
nur wenige Würfe verfehlten
das schwedische Tor und die
in den beiden Partien zuvor
prägenden Fehler en Masse
blieben aus. 'Wir müssen
versuchen, zum heißen Herzen
auch einen kühlen Kopf zu
haben', hatte Spielmacher
Michael Haaß gefordert. Dies
setzte er mit seinen
Teamkollegen auch um. Drei
Treffer hintereinander
sorgten für eine
11:9-Führung (15.), die der
starke Linksaußen Torsten
Jansen mit seinem Treffer
zum 15:12 (22.) auf drei
Tore ausbaute.
'Wir müssen
diszipliniert spielen',
hatte Holger Glandorf als
Plan ausgegeben. Dies
beherzigte die deutsche
Mannschaft, die dank einer
Trefferquote von 70 Prozent
mit einer 21:18-Führung in
die Pause ging. Dennoch war
auch der Vorteil von 23:19
(33.) nicht groß genug, um
die Skandinavier
abzuschütteln. Schwedens
Schlussmann Mattias
Andersson vom Bundesligisten
TV Großwallstadt steigerte
sich und fischte zahlreiche
Würfe der deutschen Spieler
weg. Beim 23:22 (40.) war
der Vorsprung bis auf ein
Tor zusammengeschmolzen.
'Das wird eng
bis zum Schluss bleiben',
prophezeite Rückraum-Ass
Glandorf. Wie beim letzten
Aufeinandertreffen beim
Supercup im vergangenen
Oktober, als sich beide
Kontrahenten 30:30 trennten,
konnte sich keine der beiden
Mannschaft einen
vorentscheidenden Vorteil
verschaffen. Erst in der
Schlussphase sorgten
Glandorf und Jansen beim
29:27 (56.) wieder für eine
Zwei-Tore-Führung, die die
deutsche Mannschaft den Sieg
bescherte.
20.01.2010
Slowenien - Deutschland 34:34
(16:11)
Bericht
von www.RTL.de
Mit einem unvergleichlichen Kraftakt haben die deutschen Handballer bei der EM in Österreich im ersten Endspiel um den Einzug in die Hauptrunde ein Remis erkämpft.
Nach bereits sechs Toren Rückstand schaffte der WM-Fünfte in Innsbruck gegen Slowenien noch ein 34:34 (11:16). Durch den mit Leidenschaft und riesiger Moral erarbeiteten Punkt kann sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) weiter Hoffnungen auf die angestrebte Hauptrunde machen. 'Es ist ein kleines Wunder, dass wir ein Unentschieden geschafft haben', sagte Bundestrainer Heiner Brand erleichtert.
Im dritten Spiel trifft der EM-Vierte am 22. Januar auf Schweden. Die erste Partie der Vorrundengruppe C hatte die deutsche Mannschaft gegen Polen mit 25:27 verloren. Bester DHB-Werfer war Christoph Theuerkauf, der mit seinem siebten Treffer in der 59. Minute den Punktgewinn sicherstellte.
Die deutsche Mannschaft erwischte einen Fehlstart wie selten. Dem EM-Vierten gelang nichts. Das Team um Spielmacher Michael Kraus agierte nervös und fahrig. Haarsträubende Fehler prägten das deutsche Spiel. Vor dem slowenischen Tor wurden selbst gut herausgespielte Torchancen kläglich vergeben. Bundestrainer Brand nahm schon nach neun Minuten beim Stand von 0:4 eine Auszeit, um seine Akteure zu mehr Konzentration zu ermahnen.
Doch wie am Vortag besserte sich der Auftritt des WM-Fünften nicht. Holger Glandorf beendete mit seinem Treffer zum 1:4 (10.) zwar die Torflaute, konnte seinem Team damit aber keine Initialzündung geben. Statt den Rückstand aufzuholen, verlor das DHB-Team immer weiter an Anschluss. Mit leichten Treffern gegen die ungewohnt löchrige deutsche Abwehr und Kontertoren zog Slowenien davon. Den 3:10-Rückstand (18.) registrierten die deutschen Fans mit versteinerten Mienen.
An der Seitenlinie gestikulierte Heiner Brand wie wild, besprach sich immer wieder mit seinem Co-Trainer Martin Heuberger und schien doch keine Lösung für das katastrophale Offensiv-Spiel zu finden. Lediglich die Glanzparaden von Torhüter Johannes Bitter gaben Anlass zur Hoffnung, dass das DHB-Team doch noch ins Spiel finden könnte. Doch bis zur Pause konnte der EM-Vierte lediglich um zwei Tore auf 11:16 verkürzen.
Nach Wiederanpfiff keimte neue Hoffnung auf eine Aufholjagd auf, als der agile Kreisläufer Theuerkauf auf 13:17 (32.) verkürzte. Danach kehrte die lang vermisste Leidenschaft ins deutsche Team zurück. Angetrieben von wieder lautstarken Anhängern kam der WM- Fünfte durch zwei Tore von Spielmacher Michael Haaß, der wiederum weit mehr Einsatzzeiten als der um seine Form ringende Kraus hatte, auf 24:26 (45.) heran und durch den überragenden Theuerkauf auch noch zum Ausgleich.
Nicht zum Einsatz kam Christian Schöne. Der Rechtsaußen war wenige Stunden vor der Partie gegen Slowenien zur deutschen Mannschaft gestoßen. Der 28-Jährige soll Stefan Schröder ersetzen. Der Hamburger hatte am Dienstag bei der 25:27-Niederlage gegen Polen einen Riss im Trommelfell des linken Ohrs erlitten und war noch am Abend im Uni- Krankenhaus operiert worden. Am Mittwochmorgen hatte er mit dem Zug die Heimreise nach Hamburg angetreten. Schröder darf zwei Wochen lang keinen Sport treiben.
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20.01.2010
Regisseur sucht Form - Kraus: Kein Rhetorik-Kurs
Bericht
von www.RTL.de
Am Anfang des Spiels saß er
auf der Bank, am Ende der
Partie auch wieder: Die
Handball-EM in Österreich
hat für Michael Kraus nur
mit Teileinsätzen begonnen.
Der deutsche Spielmacher war
bei der
25:27-Auftaktniederlage in
Innsbruck mehr Zuschauer als
Akteur.
Noch immer
ist der Kapitän nicht in
bester Verfassung,
wenngleich er beteuert: 'Die
Formkurve zeigt nach oben.'
'Wir waren auch vom Kopf her
nicht in der Lage, das Tempo
aus dem Spiel zu nehmen',
kritisierte Bundestrainer
Heiner Brand. Ohne Namen zu
nennen richtete sich der
Rüffel an seine Spielleiter
Kraus und Michael Haaß, die
die Mannschaft auf dem Feld
führen sollen. Michael Kraus
aber, vom Hallensprecher in
Innsbruck überschwänglich
als 'das Gehirn der
deutschen Mannschaft'
ausgerufen, kämpft mehr mit
seiner eigenen Form. Das im
Sommer operierte linke Knie
ist immer noch leicht
entzündet und bandagiert.
'Wahrscheinlich war die
Belastung zu früh zu hoch',
sinnierte er.
Die Ärzte
hatten ihm zu einer
Spielpause während des
gesamten Dezembers geraten.
'Aber das ging nicht',
behauptete Kraus und
erklärte: 'Die Zeit, sich zu
regenerieren und um seinen
Körper zu kümmern, ist nicht
da. Solchen Preis zahlt man,
um bei einer EM zu spielen.
Ich will immer bei EM und WM
spielen.'
Für Kraus
kommt die EM inmitten einer
für ihn schwierigen Saison.
Bei seinem Club TBV Lemgo
läuft es nicht rund. Ein
früher Trainerwechsel von
Markus Baur zu Volker Mudrow
brachte nicht den
erwünschten sportlichen
Aufwärtstrend. 'Ich habe
nicht gedacht, dass wir so
viel Unruhe haben würden.
Wir hatten ein, zwei
gewaltige Aussetzer',
bekannte Kraus. Der Kampf in
der Bundesliga um einen
Champions-League-Platz
scheint für den
Tabellensiebten schon
verloren.
Mit seinem
öffentlich bekundeten
Wunsch, in der
'Königsklasse' spielen zu
wollen, hatte Kraus für
zusätzliche Aufregung
gesorgt, weil er deswegen
umgehend mit dem
Liga-Kontrahenten
Rhein-Neckar Löwen in
Verbindung gebracht wurde,
obwohl er bis 2012
vertraglich an Lemgo
gebunden ist. 'Ich bleibe
dabei: Der Kapitän der
deutschen Nationalmannschaft
muss in der Champions League
spielen. Das will ich mit
dem TBV Lemgo erreichen',
beteuert der 26-Jährige
seither und versprach,
künftig besser darauf zu
achten, was er sagt. 'Learning
by doing. Rhetorik-Kurse
wurden mir schon oft
angeboten, aber ich habe
immer dankend abgelehnt',
sagte er.
Während Kraus
in den kommenden Spielen bei
der EM sein Potenzial
ausschöpfen will, ist das
Turnier für den Hamburger
Stefan Schröder bereits nach
der ersten Partie beendet.
Der Rechtsaußen erlitt einen
Riss im Trommelfell des
linken Ohrs, wurde noch am
Dienstagabend im
Uni-Krankenhaus in Innsbruck
operiert und reiste am
Mittwoch mit dem Zug nach
Hause. Für ihn wurde der
Göppinger Christian Schöne
nachnominiert, der bereits
im zweiten EM-Spiel gegen
Slowenien zum Einsatz kommen
sollte.
19.01.2010
DHB-Team
verpatzt EM-Start - Brand: Verdient
Bericht
von www.RTL.de
 Die
deutschen Handballer haben
nach einem Fehlerfestival
und schwacher Wurfquote den
Start in die
Europameisterschaft
verpatzt. Zum Auftakt des
Turniers erlitt der
EM-Vierte in Innsbruck mit
25:27 (8:12) die befürchtete
Niederlage gegen den
WM-Dritten Polen.
Das deutsche
Team steht in seinem zweiten
Spiel der Vorrundengruppe C
gegen Slowenien am folgenden
Tag bereits unter Zugzwang.
'Wir haben seit langem unser
schlechtestes Spiel gemacht.
Jetzt ist jedes Spiel ein
Endspiel. Ich hoffe, dass
jetzt alle aufgewacht sind',
sagte Kapitän Michael Kraus.
Bundestrainer
Heiner Brand kritisierte die
hohe Fehlerquote. 'Dass wir
so viele Bälle leichtfertig
abgegeben haben, war der
Grund für die Niederlage.
Das Spiel wurde im Angriff
verloren. Darüber müssen wir
nachdenken, wenn wir in den
nächsten beiden Spielen
bestehen wollen', monierte
er und rügte
'Undiszipliniertheiten im
Angriff'. Hoffnung auf den
wichtigen Sieg gegen
Slowenien machten ihm die
Abwehr und die Moral. 'Die
kämpferische Leistung kann
man nur bewundern', sagte
er. Abwehrchef Oliver
Roggisch pflichtete ihm bei:
'Wir haben immer an uns
geglaubt. Wenn wir daran
anknüpfen, wird es ein gutes
Turnier.'
Vor 8200
Zuschauern in der
ausverkauften Olympiahalle
war Lars Kaufmann (7) bester
Werfer in einer nervösen
deutschen Mannschaft. Neben
dem Spiel verlor die Auswahl
des Deutschen Handballbundes
(DHB) auch Rechtsaußen
Stefan Schröder, der mit
Verdacht auf einen Riss im
Trommelfell zur Untersuchung
ins Krankenhaus gebracht
wurde.
Zur 53.
Auflage des Dauer-Duells
wartete Brand mit einer
Überraschung auf. Statt
Kraus begann die deutsche
Mannschaft mit Michael Haaß
auf der
Spielmacher-Position. Nach
ausgeglichenem Beginn aber
geriet die DHB-Mannschaft
mit 4:6 (10.) ins
Hintertreffen. Danach
reagierte der Bundestrainer,
stellte die Formation um und
brachte Kraus. Doch allein
die Leidenschaft konnte die
zahlreichen Fehler vor allem
im Angriff nicht
kompensieren. Zu viele Würfe
landeten entweder in den
Händen von Polens Torhüter
Slawomir Szmal oder kamen
erst gar nicht bis dorthin.
Trotzdem glich Kaufmann zum
6:6 (16.) aus. Dass die
deutsche Mannschaft auch
weiterhin mit dem
Gruppenfavoriten auf
Augenhöhe agierte, lag zum
einen an der starken Abwehr
und an Torhüter Johannes
Bitter, der unter anderem
zwei Siebenmeter parierte.
Allerdings
sündigte der EM-Vierte
fortwährend in der
Offensive. Immer wenn die
Chance zur Führung bestand,
sorgten leichte Ballverluste
dafür, dass Polen wieder ins
Spiel kam. In den letzten
drei Minuten der ersten
Halbzeit kam es dann
knüppeldick: Vier
Gegentreffer nacheinander
brachten den WM-Fünften nach
dem 8:8 (27.) zur Pause mit
8:12 in Rückstand. Kurz
zuvor hatte Schröder das
Verletzungspech ereilt.
'Unsere
Konzentration wird größer
sein als in den Testspielen.
Deswegen mache ich mir keine
Sorgen', befand Kraus
angesichts der
durchwachsenen Vorbereitung.
Vornehmlich im Angriff aber
war davon nicht viel zu
sehen. Gegen die ebenfalls
nicht überzeugenden Polen
blieb die Chancenverwertung
größtes Manko. Der WM-Dritte
hingegen traf angeführt vom
starken Karol Bielecki fast
nach Belieben. In der 40.
Minute lag die deutsche
Mannschaft mit 12:18 zurück,
kämpfte sich aber nochmal
auf 23:25 in der vorletzten
Minute heran. Mehr ging
nicht. Bilder
von Dpa
Deutschlands Abschneiden
bei der EM-Turnieren
Die deutsche
Handball-Auswahl konnte
bislang einmal den Titel bei
Europameisterschaften
erkämpfen. 2004 besiegten
die DHB-Herren Gastgeber
Slowenien im Finale mit
30:25 (16:10). Die
Platzierungen im Überblick:
| Jahr |
Ausrichter |
Platz |
| 1994 |
Portugal |
9 |
| 1996 |
Spanien |
8 |
| 1998 |
Italien |
3 |
| 2000 |
Kroatien |
9 |
| 2002 |
Schweden |
2 |
| 2004 |
Slowenien |
Europameister |
| 2006 |
Schweiz |
5 |
| 2008 |
Norwegen |
4 |
|